Email an Herrn Manfred Dittmann vom 18.12.2017

 
 
Hallo Herr Dittmann!
 
Wie seinerzeit angekündigt hier noch ein Nachtrag bzgl. unseres Wilhelm Johann von Meseberg:
 
Er war ja ein unehelicher Sohn des Gerhard Wilhelm von Meseberg (Günstling am Hofe des Herzogs Anton Ulrich). Eine gewichtige Rolle am Hof spielte der Arzt Stockhausen, dessen Beurkundungen bzgl. der Geburten am Hof sehr brisant (fragwürdig?) erscheinen. Allein Anton Ulrich hatte mehr als 12 eheliche Kinder, von den unehelichen aus den Beziehungen zu seinen Mätressen mal abgesehen. Wilhelm Johann`s nachgeadelte Tochter Ernesta Sophia muss ebenfalls zu diesem Kreis gehört haben, denn ein Carl Friedrich Christian Meseberg behauptete immer, auch zu dieser Familie zu gehören. Nach einer Dokumentation des Staatsarchivs Rudolstadt wurden nicht nur Wilhelm Johann und seine Ehefrau Friederike Philippine Haberstroh – Hofdame! – neu geadelt, sondern neben seinen Kindern Gerhard Johann und Ernesta Sophia auch “seine Mutter” gleichen Namens wie seine Ehefrau. Die Geschehnisse um den Hofarzt Stockkausen sind kurios, danach hätte Wilhelm Johann seine Mutter geheiratet. Offensichtlich wurde da etwas vertuscht! Interessant auch der Tatbestand, dass Wilhelm Johann`s Vater, nämlich Gerhard Wilhelm, 3 Jahre vor seinem Tod die Tochter des Hofarztes Stockhausen, die Witwe Gosewisch, heiratete, die sich der verbotenen Pietismusbewegung angeschlossen hatte. Sie war dadurch verarmt und wollte nach dem Tod von Gerhard Wilhelm von der Nachkommenschaft Geld! Wilhelm Johann verstarb ja verarmt im Jahre 1747. – Als Anhang ein Brief seines Sohnes Gerhard Johann aus dem Jahre 1753, der die damalige Situation schildert.
 
Damit nun genug.
 
Frohe Festtage und ein gute Neues Jahr wünscht Ihnen
 
Uwe Meseberg