Emails zwischen Uwe Meseberg und Herrn Prof. Dr. Ludger Körntgen März/April 2016  
  05.04.2016 - Meseberg an Körntgen

Sehr geehrter Herr Dr. Körntgen!

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich hatte ja bereits gewisse Geschehnisse als “delikat” bezeichnet, die sich so nicht klären lassen. Sicher hat auch Thietmar von Merseburg so einiges im Familienverbund “verschleiert”. Letztlich geht es aber um die Sippe des Grafen Erp in unserem Familienverbund mit vornehmer Herkunft, ihre Mitglieder waren als sächsische Grafen enge Vertraute und Berater des Königs/Kaisers, und einige bekleideten die höchsten Kirchenämter. Unsere Vermutungen wurden u.a. auch dadurch erhärtet, weil sich die Namen Milo sowie Gisela in späteren Generationen der Familie wiederholen.
Sollte Ihnen irgendwann doch noch etwas in dieser Sache auffallen, würde ich mich für eine kurze Mitteilung sehr freuen.
Nochmals herzlichen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Uwe Meseberg.


04.04.2016 - Körntgen an Meseberg

Sehr geehrter Herr Meseberg,

nur einige kurze Anmerkungen zu Ihrer Anfrage: Suidger von Bamberg dürfte über seine sächsische Herkunft und seine klerikale Laufbahn in Halberstadt und Bremen in die Hofkapelle gelangt sein und ist dann von Heinrich III. als Hofkaplan auf den Bischofsstuhl von Bamberg befördert worden. Das ist eine ganz typische Karriere in der Zeit der späten Ottonen und Salier, als die Hofkapelle ein wichtiges Personalreservoir für die Rekrutierung des Episkopates darstellte. Mehr wissen wir über eine persönliche Beziehung zwischen dem Kaiser und dem späteren Papst nicht. Die Umstände der ersten Ehe der Gisela und der Ermordung ihres ersten Ehemannes sind unklar; ob der Mörder ein Vorfahr des Ehemannes der Diagmenta oder ein Vorfahr von deren zweitem Schwiegersohn war, lässt sich auch nicht klären. Es ist ohnehin nur eine Vermutung, dass der von Thietmar von Merseburg genannte Milo tatsächlich den Ehemann der Gisela getötet hat, denn die zeitgenössischen Quellen berichten überhaupt nichts über diese Angelegenheit.

Bei Beatrix handelt es sich nicht um die Stiefschwester, sondern um eine leibliche Schwester Heinrichs, die wohl ganz nach ottonischem Vorbild für die Übernahme einer Leitungsfunktion in einer der sächsischen Frauengemeinschaften vorgesehen war, aber zu früh verstorben ist.

Mit freundlichem Gruß
L. Körntgen 



29.03.2016 - Meseberg an Körntgen


Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Körntgen!

Bei unserem Osterbesuch in Quedlinburg fiel mir zufällig Ihr Buch “Ottonen und Salier” in die Hände. Im Rahmen unserer Familienforschung www.von-Meseberg.de hatten wir uns schon mehrfach mit einigen delikaten Geschehnissen um die o.g. Person und insbesondere um seine Mutter Gisela befasst, allerding ohne hier angedachte Ergebnisse zu erhalten. 

Unsere Kernfragen:

Aus welchen Gründen verhalf Heinrich III. den Grafen Suitger zum Bischof und später zum Papst, obwohl dessen Schwester Diagmenta mit dem Sohn des Mörders von Gisela`s ersten Ehemann verheiratet war. – Und welche Rolle spielte Heinrich`s Stiefschwester Beatrix (verstorben im Damenstift Quedlinburg im Geburtsjahr des Sohnes von Mörder Milo von Ammensleben)?
Die Angelegenheit war so bedeutend, daß sich Heinrich II. der Sache annahm.
Vielleicht haben Sie, Herr Dr. Körntgen, bei Ihren vielen Recherchen möglicherweise “zwischen den Zeilen” Zusammenhänge auf diese außergewöhnliche Umstände gesehen.

Für eine Antwort würde ich mich sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen

Uwe Meseberg