Email von Uwe Meseberg vom 29.10.2014  
 
Uwe Meseberg, Kirchfeld 18, 27305 Süstedt
 
Grunddaten für die Legende:                   Der Silberschatz der Boke
                                                                              Theaterstück/Aufführung
                               anlässlich des Kirchengemeindefestes Darlingerode im Juni 2015
 
Gerhard von Meseberg (Adel der Provinz Brandenburg) wird bzgl. seiner Erbansprüche auf das altmärkische Meseberg abgefunden.
Um 1620              Oberforstmeister in Stolberg/Harz
                               verehelicht mit der Tochter des Grafen von Hacke aus Hackpfüffel
                               Pächter einer Silbermine im Kreis Sangershausen (in Stolberg Prägeanstalt)
1632                                      Gerhard bestellt von Stolberg aus einen Verwalter für die ihm vom Landesherrn in Aussicht gestellte Anwartschaft auf Besitz des Gutes Boke in Altenrode. Dieser soll angeblich die dort noch wohnende Wirtschafterin des verstorbenen Vorbesitzers und dessen Töchter aus dem Haus treiben, weil ihr Erbrecht aus dem Jahre 1628 von der Herrschaft nicht anerkannt wurde.
In Wirklichkeit war dies nach außen hin aber nur ein Ablenkungsmanöver, galt es doch, die Ausbeute aus der Silbermine auf dem heruntergewirtschafteten Gutshof vor den Plünderern im 30jährigen Krieg zu verstecken. Bereits 1625 befanden sich kaiserliche Truppen (Wallenstein/Tilly) in der Region, später kamen die Schweden.
1641                      wird Gerhard`s Sohn Gerhard Wilhelm von Meseberg in Stolberg geboren.
1667                                      Gerhard Wilhelm steht ebenfalls als Oberforstmeister im Dienst des Grafen Ernst zu Stolberg (1650-1710). Ihm unterstanden die Reviere Wernigerode und Ilsenburg einschließlich der Brokenregion. Ein Grund mehr, sich als Pächter auf Gut Boke niederzulassen. Um 1680 wird sein unehelicher Sohn Wilhelm Johann geboren.
1693                                      Oberforstmeister Gerhard Wilhelm von Meseberg ordnet im Bereich Elbingerode die Holzung Regenstein ohne Wissen und Auftrag des Grafen Ernst im Rahmen einer illegalen Grenzverschiebung zugunsten des Herzogs Anton Ulrich zu Braunschweig-Lüneburg (1633-1714) an. Es kommt zum Zerwürfnis mit dem Grafen, Gerhard Wilhelm kann vorübergehend mangels Einkommen aus dem aufgekündigten Dienstverhältnis auf den Silberschatz zurückgreifen. Die Holzung Regenstein bescherte Herzog Anton Ulrich reichlich Holz für den Bau seines Holzschlosses in Salzdahlum (1688-1694). Als Dank bestellte er Gerhard Wilhelm 1711 zum Oberforst- und Jägermeister. Bereits 1698 erhielt Gerhard Wilhelm von ihm Erbzins- und Lehen zu Schloss Blankenburg und heiratete 1703 im oberen Saal des Gutes Boke in aller Stille die hochwohlgeborene Gräfen Juliana Sybilla von Preen. Später unterhielt er ein großes Haus in Neustadt (heute Bad Harzburg). Alle Ehrungen, Lehen und dergleichen kamen vom Herzog, das Geld aber vom Silberschatz. Drei Jahre vor seinem Tod im Jahre 1720 heiratete er nochmals auf ausdrückliche Genehmigung die Witwe des Wolfenbüttler Hofarztes Stockhausen (geb. Gosewisch), die kurz nach seinem Ableben (Trauerfeier mit dem Klang von 12 Jagdhörnern) sich der verbotenen Pietismusbewegung angeschlossen hatte und wegen Armut unter Androhung von Arrest für die Nachkommen von Gerhard Wilhelm durch einen Berliner Advokaten einen Restanteil aus dem Silberschatz anforderte.  
1704                      Gesuch von Gerhard Wilhelm , seinen unehel. Sohn Wilhelm Johann in den Adelsstand zu versetzen; sein Vetter Graf von Hacke aus Hackpfüffel befürwortet das Gesuch. Wilhelm Johann besitzt inzwischen eine Erbpacht auf Gut Boke.
1716                      Adelsstand für Oberforstmeister Wilhelm Johann, für die uneheliche Mutter seiner Kinder Gerhard Johann und Ernesta sowie beide vorgenannten Kinder (für 224 rh Taxa aus dem Silberschatz). Die Mutter war die Tochter des Hofrates Haberstroh im Schloss Wolfenbüttel, und zwar die Hofdame Friederike Philippine Haberstroh.
                               Zwischen ihr und dem bescheidenen Wilhelm Johann bestand am Hofe eine große Liebschaft. Durch den nunmehr erlangten Adelsstand war endlich eine Eheschließung möglich. Herzog August Wilhelm (1662-1731) war sehr gnädig, erhielt doch der zweite Sohn des Paares zu seinen Ehren seinen Namen August Wilhelm.
1723                      Taufe von August Wilhelm von Meseberg im oberen Saal von Gut Boke. Als Taufpate erscheint persönlich Herzog August Wilhelm. Zuvor die langersehnte Eheschließung der Eltern Wilhelm Johann mit seiner Hofdame. Also Happy End!!! Der Herzog zeigte sich einmal mehr als sehr großzügig zu seinem Hofgefolge. Vielleicht war er aber auch nur gekommen, weil er Silber riechen konnte, z.B. den restlichen Teil des Silberschatzes auf dem Grund des Gutes Boke.
So steht Gut Boke nicht nur für Freud und Leid über drei Generationen einer Familie, sondern auch für diesen geheimnisvollen Silberschatz. Wo hätte sonst das viele Geld herkommen sollen. Einst geheim auf dem Gutshof vergraben, aber wohl nicht so geheim, dass jemand darüber wusste. Denn bis heute gibt es Leute, die daran glauben, dass der Rest des Silberschatzes noch immer irgendwo auf dem Gelände des Gutes Boke vergraben ist.