Email von Mark A. Waldmann

 
  Sehr geehrter Herr Meseberg,
es freut mich, Sie bei der aktuellen Witterung wieder heile daheim angekommen zu wissen. Sie hatten hoffentlich eine angenehme Zeit in Finnland.

Sie haben Recht. Ich habe bereits vieles von Schloss Meseberg im Zusammenhang mit der Familie Lessing, die durch den wirtschaftlichen Aufstieg der Vossischen Zeitung in Berlin das Schloss erwerben konnten, erfahren können. (Eine kurze Zusammenfassung habe ich Ihnen dieser Mail beigefügt.)
Mein Schwerpunktthema, ist eigentlich die Suche nach Hinweisen auf das, was eventuell als Familienwappen herangezogen wird: die drei Ringe, die an Gotthold Ephraim Lessings (1728-1781) Ringparabel aus seinem "Nathan der Weise" angelehnt sind. Wie Sie Seite 2 meiner beiliegenden Zusammanfassung entnehmen können, liegen die in der Wappenrolle eigetragenen Personen beinahe deckungsgleich mit den Eigentümern von Schloss Meseberg, wodurch ich die Annahme habe, dass beides irgendwie in Verbindung steht.
Es gibt dazu leider sehr wenige Detailaufnahmen, die eine Aussage zulassen, in wie weit das Symbol am Schloss Verwendung fand und in welcher Form dargestellt wurde. (Der Kunsthistoriker Dr. Jörg Kuhn aus Berlin meinte, dass Die Ringsymbolik an verschiedenen Stellen verwendet wurde. Aber auf den offiziellen Fotos ist das nicht erkennbar.)

Gleichzeitig gibt es eine Aussage im 5. Absatz des ebenfalls beiliegenden Artikel, dass die Familie Lessing bei der Ausgestaltung 1885/1886 mit Bildern, Skulpturen etc. mehrfach vertreten gewesen sein soll. Dazu fehlen mir allerdings nachweisbare Quellen. Auch ist in keiner mir bisher zugänglichen Unterlage ein Hinweis darauf zu finden, welche Werke dort vertreten waren.

Die Eigentumsverhältnisse und Erbverlagerungen an Schloss Meseberg durch die Familie Lessing sind mir zumindest grob bekannt. Allerdings bin ich dabei auf Dritt-Quellen angewiesen, die nicht unbedingt alle zufriedenstellend sind. Daher kann ich meistens nur mit Annahmen und Deutungen anderer arbeiten ohne die realen Zeugnisse zu sehen.

Sie schrieben, dass eine Frau Lessing kurz vor Übergabe des Schlosses an die Bundesregierung dort war. Meines Wissens war sogar eine größere Gruppe der Familie Lessing als Besucher dort. Allerdings glaube ich nicht, dass dies auf offizielle Einladung hin erfolgte. (Das werde ich aber für eines der kommenden Familientreffen mal anregen.) Immerhin handelte es sich um ein Symbol des wirtschaftlichen Höhepunktes der Familiengeschichte, der bisher leider nie wieder in der Form erreicht wurde.

Sie sehen, ich bearbeite ein doch recht großes Gebiet der Lessing-Familien-Geschichte. Ein wichtiger und - in meinen Augen - sehr interessanter Teil ist Schloss / Gut Meseberg im Besitz der Familie Lessing. Leider sind kaum Dokumente der betroffenen Familienmitglieder über die Zeit erhalten oder auffindbar, wodurch ich immer auf indirekte Quellen angewiesen bin.
Aber vielleicht können Sie mir ja den einen oder anderen Hinweis geben, wo ich noch etwas finden kann, was mir weiterhilft.

Vorher wünsche ich auber auch Ihnen und Ihrem Umfeld eine angenehme Ankunft einem erfolgreichen, gesunden und ereignisreichen 2011!

Vielen Dank für Ihre Bereitschaft zur Unterstüzung!

Mit freundlichen Grüßen aus Hannover
Mark A. Waldmann